Fiona

Sag‘ einmal Fiona, was ist mit dir los? Es gibt diese Stars die sich verweigern. Fiona Apple ist so eine Künstlerin. 1996 erscheint „Tidal“, sie ist 19 Jahre alt und oh mann, was für ein Frühwerk! Über die Songs schaut man in Abgründe. Ich kaufe das Album, weil ich ständig die US Top 20 auf MTV schaue, ihr wisst schon, damals, als es noch Musik auf Musiksendern gab. Sie wird gehyped und in Videos gesetzt, die sehr Zeitgeist sind, die garnicht so richtig zu ihr passen, aber jeder erkennt sofort die unglaubliche sie umgebende Aura. Man darf nicht vergessen, sie ist 19!

Fiona Apple – Criminal from Michele Munoz on Vimeo.

In ihrem ersten Video Criminal wird sie gezeigt wie ein Calvin Kline Model und spielt auch wohl freiwillig mit. Die Strategie geht auf und die folgenden Videos sehen nicht anders aus. Der Musik tut dies kein Abbruch, unglaublich was da an tiefgründigen Songs drauf ist, da muß man eigentlich 20 Jahre älter für sein. Hier eine Unplugged-Aufnahme bei der die Künstlerin mehr im Vordergrund steht als ihr Image:

Doch schon mit dem nächsten Album beginnen die Probleme. Die Plattenfirma mischt sich in den künstlerischen Prozess massiv ein und es knallt richtig bei dem Thema Albumtitel. Fiona schreibt ein Gedicht und genau dieses Gedicht soll der Albumtitel werden! Die Plattenfirma spricht sofort vom kommerziellen Selbstmord, weder Songs noch Titel sind massenkompatibel, und sowieso, das sexy Image vom Erstling muß weiter ausgebaut werden. Die Fronten sind verhärtet. Nach großem Streit einigt man sich auf den Anfang des Gedichtes, der Rest muß aber auf jeden Fall aufs Cover. „When the pawn..“ erscheint, aber Fiona fasst kurze Zeit später den Entschluß, so geht es nicht weiter! „This world is bullshit, and you shouldn’t model your life on what you think that we think is cool, and what we’re wearing and what we’re saying!“ Sagt sie noch auf den MTV Music Awards und so zieht sie Konsequenzen. Niemand soll sich mehr einmischen.

„To your love“….“Please forgive me for my distance…The pain is evident in my existence….Please forgive for my distance….The shame is manifest in my resistance“ Das sind nicht die Worte eines Popsternchens. Im Gegenteil, sie macht weiter und schreibt am dritten Album. Die Plattenfirma stimmt der Veröffentlichung jedoch nicht mehr zu, beharrt jedoch auf den Vertrag. Sie ist also zum Warten verurteilt. Erst auf langen und großen Druck von Seiten der Fans stimmt die Plattenfirma der Veröffentlichung zu. Die von dem HipHop Produzenten Mike Elizondo überarbeitete Version erscheint 2005. Auf dem Album macht sie was sie will und es klingt toll. Schon der Opener ist ungewöhnlich aber toll:

Ist übrigens einer der wenigen öffentlichen Auftritte im Fernsehen in den späten 00er Jahren. Nur eine gute Sache bringt sie dazu sich für die Industrie zu zeigen. Seit „Extraordinary Machine“ ist es nun ruhig geworden. Sie hat sich teilweise völlig zurückgezogen und Lebenszeichen sind rar. Angeblich ist das neue Album seit 1 Jahr im Kasten, aber die Plattenfirma an die sie immer noch gebunden ist, will es nicht veröffentlichen. Ich leide also und will seit 2005 mehr, mehr Fiona Apple! Aber, man soll niemals nie sagen und „Never is a promise, and you can’t afford to lie.“

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