Wohin?

Auf meiner Suche nach Antworten stoße ich immer wieder auf Menschen, die mir Sachverhalte erklären können. Ich finde Beiträge, die mich weiter bringen, in mir einen Gedanken auslösen, der für mich zu diesem Zeitpunkt Sinn macht und vielleicht eine Entwicklung in mir in Gang setzt. Ich sage bewusst zu diesem „Zeitpunkt“, denn diese Dinge verändern sich sehr schnell. Durch gesellschaftliche oder ganz private Veränderungen ist man gezwungen seinen Standpunkt zu wechseln. Das ist dann auch richtig und wichtig. Eine Diskussion, die ich daher nicht verstehe, ist die, in der zum Beispiel Politikern vorgeworfen wird, eine Wende in der Sichtweise auf ein Thema vollzogen zu haben. Ja, warum denn nicht?! Das macht eine Person eben nicht inkonsistent, kann im Gegenteil ein Zeichen von Intelligenz sein. Politiker, die nur aus einer Agenda heraus handeln und ihre Sichtweisen nicht anpassen können, sind keine guten Politiker.
Manchmal gehen diese Erklärer. Wenn sie sich in eine Sackgasse begeben und mono thematisch werden. Oder wenn sie einfach von uns gehen, so wie Roger Willemsen. Habe ich noch nicht verwunden. Die meisten seiner Beiträge fand ich so erhellend, daß wenn er eine Religion gegründet hätte, ich erster Jünger geworden wäre. Aber dafür war er zu klug und ich nicht Macht-affin genug. Ein Beispiel voller wichtiger Gedanken:

Habe ich schon gepostet, bei verschiedenen Gelegenheiten. Schaue ich mir aber immer wieder an und finde immer eine Idee zum dran festhalten. Aber Willemsen ist für neue Entwicklungen halt keine Option mehr, aus offensichtlich Gründen.
Ich stelle mir eine Frage in letzter Zeit. Wenn alles immer komplexer und undurchschaubarer wird, und damit Entscheidungen über handelsweisen immer schwieriger zu treffen sind, wie verhindern wir das unvermeidliche Chaos? Und was, wenn das alles nur gefühlt ist? Gerade im Internet leben wir in Content-Blasen. Wir folgen unseren Interessen und verlieren dadurch umso mehr den wichtigen Blick auf das Ganze. Je mehr ich mich auf die eine Theorie stürze, desto mehr werde ich in diesen Strudel reingezogen. Dabei möchte ich garnicht einseitig über etwas denken, vielleicht versuche ich manchmal aus soziologischer, manchmal aus gehirnphysioligischer oder irgend einer anderen Sicht Erklärungsversuche anzunehmen, nicht jedoch auf Meinungsmacher reinzufallen. Und dazu tendiert man in der Content-Filter-Bubble. Auf Facebook stelle ich mir mit meinen „Gefällt mir“-Urteilen meine eigene Welt zusammen, erst wissentlich, später verliert man den Überblick. Ich lese und sehe fast nur noch, was ich lesen möchte. Da fehlt der Impuls von draußen. Dieser Impuls ist für die Entwicklung in einem sich anpassenden, lebenden System unabdingbar.
Ich interessiere mich für Schulentwicklung. Im Zuge von Recherchen zu diesem Thema, bin ich auf Professor Gerald Hüther gestoßen. Bald habe ich ihn als Erklärer für mich entdeckt, da er als Gehirnforscher stets Entwicklungen und mögliche Anpassungen in seine Sichtweisen einschließt. Folgender Beitrag hat mit Mut gemacht:

Ich verstehe das Setting nicht genau. Da ist von einem Think-Tank die Rede, da muß man immer gleich an Verschwörungstheorien denken. Soll mir gerade mal egal sein. Wichtig ist, was er in dieser kurzen Rede zu sagen versucht. Wir, unsere Gesellschaft, hat alle Möglichkeiten sich anzupassen, neue Modelle zu entwickeln. Trotz Digitalisierung, trotz Automatisierung. Denn Anpassung liegt in unseren Genen. Er geht gelassen um, mit diesen für viele bedrohlich wirkenden Entwicklungen in unserer Gesellschaft. Ich habe einige dieser Phänomene vor kurzem beschrieben. Ehrlich gesagt brauche ich das jetzt. Ich will mich nicht weiter verrückt machen lassen, durch eine Medienlandschaft, die sich durch jeden noch so unwichtigen Beitrag der AfD sofort triggern läßt und dadurch die Partei größer macht als sie ist. Die Meinungen und Strömungen in der Gesellschaft sind mittlerweile so ausdifferenziert, daß ein klarer Mainstream eigentlich nicht mehr die Meinungshoheit übernehmen kann. Es sei denn, wir heben die lauteste Meinung in den Vordergrund, vergessen aber dabei, daß das nicht die Mehrheit ist, sondern nur das durch äußere Einflüsse begünstigte Angebot einer zu einfachen Lösung für fehlende Antworten auf eine wichtige Frage in unserer Gesellschaft: Wie wollen wir in Zukunft leben? Wollen wir weiter Angst haben oder anfangen zu gestalten? Denn wir haben einen festen Zustand verlassen, das prosperierende Nachkriegsdeutschland auf dem Weg in die digitale Netzwerkgesellschaft. Und der Weg zum nächsten festen Zustand ist voller loser Stränge. Da kann eben auch an den falschen Strängen gezogen werden. Aber eben auch an den richtigen. Und warum sollte das auch nicht passieren?!

„Das beste in der Welt sind wir Menschen und das schlechteste der Welt sind wir auch“ Freue mich auf das Maeckes-Album 🙂

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