Swiss Army Man

Ein Film der anders ist, nicht gewollt, sondern weil er es eben ist. Kommt nicht häufig vor. Dieser ist es. Voller Themen, Herz, Komik, Absurdität, Traurigkeit und Schönheit.
Das große Thema ist die Frage, wann ein Leben lebenswert ist. Also auch um Blähungen und einem riesen Haufen Scheiße in den wir alle eingehen wenn wir sterben. Hauptprotagonisten sind Hank und Manny. Hank ist auf einer einsamen Insel gestrandet und möchte sich vor lauter Langeweile und Hoffnungslosigkeit schon umbringen, da wird Manny an den Strand gespült und er schöpft neue Hoffnung. Manny hilft ihm dieser Insel zu entfliehen, wie möchte ich jetzt nicht sagen, und hilft ihm auch im Folgenden immer wieder zu überleben und seiner Rettung ein Stück näher zu kommen. Manny ist allerdings etwas „besonders“, er scheint eine Wasserleiche zu sein, die mit fortschreitender Geschichte immer mehr zum Leben erwacht und besondere Fähigkeiten entwickelt. Er wird Hanks Schweizer Taschenmesser.
Wenn ich hier allerdings mehr erzähle, spoilere ich zuviel. Lange Zeit wird man im unklaren gelassen, was ist Realität, was ist Fiktion. Irgendwann während des Filmes gebe ich die Vorstellung auf, diese Frage klären zu wollen. Ein sehr gutes Zeichen für einen besonderen Film. Ich hatte mich der Illusion hingegeben und bin den vielen liebevoll gestalteten Szenen einfach verfallen. Für mich war die Bus-Szene der Höhepunkt. Um Manny etwas zu erklären, baut Hank ihm mitten im Wald ein Bus aus Ästen und Unrat. Wie dort die Liebe und die Magie des Moments gezeichnet wird, ist wirklich großes Kino. Hank möchte Manny den Zauber des Augenblicks erklären. Den Moment, wenn alles stehen zu bleiben scheint, wenn die Welt an einem vorbei fliegt und man die Frau seiner Träume erblickt. Das ist so plastisch beschrieben und gefilmt, im richtigen Tempo, einfühlsam und herzerwärmend, daß man langsam beginnt die verschiedenen Metaebenen der Geschichte zu erfassen. Da sind Freundschaft, Scham, Sehnsucht oder Aufopferung und am Ende ein großes Märchen über das wir nachdenken sollen.
Das Ende verrate ich hier natürlich nicht, nur soviel, es kommt garnicht so sehr drauf an. Ich habe hier die vielen Facetten des Films nur angerissen, er ist vollgestopft mit Kreativität und Geistesblitzen.
Ich verlasse das Kino und bin voll von Ideen und Willen die Stränge identifizieren zu können und zu wollen. Ich muß den nochmal sehen, soviel steht fest. Wer kommt mit?

Nebenbei, wer sucht die Trailer aus, die vor dem Film im Kino gezeigt werden? Da ich keine große Vorstellung hatte wie Swiss Army Man ist, bekam ich eine böse Vorahnung nachdem Vorschauen für Assasins Creed, Resident Evil und ähnliche Kalibern gezeigt wurden. Wurden diese Trailer ausgesucht, weil das Wort Army in dem Titel vorkommt? Ist das so einfach? Ansonsten kommen diese Filme nämlich von einem anderen Planeten.

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