Ein schöner Tag

Ich wollte diesen Tag schmücken, wie ein Liebhaber der sich sputet eine Augenweide zu sein, bemüht der begrenzten Zeitspanne etwas abzuringen was mehr war als gestern. Um derart Gedanken nicht zu verlieren, wie die vielen gescheiterten Versuche vergangener Bemühungen es dem Wunsch Recht zu tun. Doch Intensivierung und Einsatz, so lehrt uns das Leben, wird nicht zwingend dazu führen der frommen Geistestat den erhofften Glanz zu verleihen. Im Gegenteil, wie oft wollten wir zu viel, wie oft haben wir uns in der Lust verrannt, den Erwartungen Genüge zu tun und sind über das Ziel hinaus geschossen.

So war ich nah daran mich zu verlieren. Zwischen all den Wünschen der anderen zu verschwinden wie Krill in der Weite des Ozeans. Ich wollte nie viel, ein weißes Blatt in meiner Kladde, eine Idee zum darauf kauen und die Gewissheit mich nicht einschränken zu müssen. Denn das Formulieren bedeutet Freiheit, jenseits davon es irgendjemand Recht machen zu müssen.

An diesem Ort war ich lange nicht mehr. Zu sehr verhaftet in der dauerhaft anstrengenden Anwesenheit der Gegenwart, den Fallstricken der Realität die mir vorzugeben gedenkt, was jetzt sein darf und was nicht. Manchmal fühle ich mich dem Moment entfremdet, möchte nur noch auf die Dinge deuten bis allen klar ist was gemeint ist. Sich durch Handlung dem Gegenüber vermitteln, jenseits der Worte die sich nicht übersetzen wollen in was ich wirklich sagen wollte. Das schaffe ich hier und da auf dem Blatt Papier und wollte es vor mir her tragen wie ein Schild, mich zu schützen vor der Welt, mich zu übersetzen, als Lingua Franca gegenüber dem fremden Außen.

Wie also, unter diesen Voraussetzungen, diesem Tag die Angst nehmen, nicht sein Potential zeigen zu können? Wie sich der Furcht verweigern, uns könnte es später nicht besser gehen als am Vortag? Ich möchte dich hier an meiner Seite, unbeschwert, befreit von Last und Zweifel. Frei in der Idee uns das Beste des Tages einfach zu nehmen. Denn den Tag kümmert es nicht, er gibt wenn man ihn lässt. Ich habe es schon so manches Mal gesehen. Lass es uns versuchen. Denn würde ich dich nicht kennen, ich hätte dich vermisst.

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