Eine Insel

Ich könnte hergelaufen sein. Vorbei an den Stellen die sich so wunderbar verändern. Mit den Jahreszeiten, mit denen die den Weg begleiten. Die Gedanken entlang des Flußes, als Lingua franca, für alles was es ausmacht zu sein wofür man hergekommen ist. Wir lieben das Scheitern, wir lieben die Sehnsucht nach den Dingen, derer wir nicht habhaft werden können. Aber schau doch einfach. Da ist eine Insel. Wir könnten kurz Halt machen.

Abschlußrede 2018

Eigentlich wollte ich meine Rede vor den Abschlußklassen, dem Kollegium und den Eltern, der Gemeinschaftsschule an der ich Schulelternbeirat bin, dieses Jahr nicht veröffentlichen. Ich hatte den allgemeinen Teil vom letzten Jahr einfach übernommen, manchmal muss es ja auch schnell gehen beim schreiben. Aber nun kamen tatsächlich nochmal Anfragen. Hier also folgend die Abschlußrede, es geht um Gleichberechtigung. Und außerdem ist der Hauptteil natürlich neu und dann auch entsprechend recherchiert 😉

„Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern und Angehörige, liebe Lehrer,

heute feiern wir das Ende eines Lebensabschnitts. Wir feiern die Zeit, die für euch vor vielen Jahren als der „Ernst des Lebens“ begann.
Ich möchte mich kurz vorstellen. Mein Name ist René Hamdorf und bin seit gut 3 Jahren Teil des Vorstandes vom Schulelternbeirat und habe 2 Kinder hier an der Toni, die Schule, die einen großen Teil eures Lebens in den letzten Jahren ausgemacht hat.

Ihr, liebe Schülerinnen und Schüler, wart hier für eine beachtliche und prägende Zeit und habt alle etwas mitgenommen. Erfahrungen, die euch bestärken werden auf eurem weiteren Lebensweg. Da gab es sicher ein paar weniger erfreuliche und doch hoffentlich, und da bin ich mir sicher, viele schöne, vielfältige und große Erlebnisse, die euch genau dahin gebracht haben, wo ihr jetzt steht.

Ich möchte mich ausdrücklich auch im Namen des Schulelternbeirates bei Ihnen liebe Eltern bedanken, die in den Jahren ihrer Kinder an dieser Schule geholfen haben, den Alltag zu gestalten. Bei Veranstaltungen aller Art zu helfen. Aufbauen, organisieren, mitgestalten, für Verpflegung sorgen, die Schule zu einem Ort machen, an dem Gemeinschaft gelebt wird.
Bedanken möchte ich mich natürlich auch im Namen aller Eltern bei der Schulleitung, allen Lehrerinnen und Lehrern, bei allen Angestellten. Ihr habt eine weitere Generation zum nächsten Abschnitt geleitet. Und das mit viel Herz und Einsatz. Vielen Dank!

Der Ernst des Lebens ist für euch, liebe Schülerinnen und Schüler, damit jetzt vorbei und es beginnt ein neuer Abschnitt. Ab jetzt wird es leichter! Jetzt schaut ihr mal in die Gesichter derer ihr unterrichtet worden seid und ihr werdet sehen, nur Bestätigung!
Jetzt geht ihr vielleicht weiter zu einer anderen Schule, ihr tretet eine Ausbildung an, oder geht studieren.
Jetzt kommt die Zeit, in der ihr um eurer Willen streiten und neu denken müsst.
Auch die Jahre zuvor habe ich an dieser Stelle zum nachdenken, zum Fragen stellen und zum in Frage stellen des Status Quo angehalten. Damit möchte ich auch dieses Jahr nicht brechen. Denn ihr bekommt jetzt immer mehr die Möglichkeit euer Umfeld zu gestalten.

Angesprochen auf die Kunst der Auseinandersetzung fällt mir eine Anekdote über den Musiker Arnold Schönberg ein. Ein garstiger Mann, der eines Abends mit einem seiner Studenten stritt und im Verlauf des Gesprächs sagte ein junger Mann unvorsichtigerweise: “Das kann ich beweisen!” Daraufhin sagte Schönberg: “In der Kunst kann man garnichts beweisen.” Und nach einer kurzen Pause: “Und wenn, dann nicht Sie!” Dann machte er noch eine Pause und sagte: ”Und wenn Sie, dann nicht mir.”
Ich möchte, daß ihr analog zu dieser Anekdote der junge Mann seid, denn die Welt da draußen kann mitunter so ein Schönberg sein. Ich versuche euch davon zu überzeugen, daß ihr, egal wo ihr euren weiteren Weg fortsetzt, euch genau umschaut. Es gibt so viel zu tun.

Allen ist klar, daß wir vor großen Umbrüchen stehen, daß diese schon an die Tür klopfen und schon stattfinden. Gesellschaft verändert sich, wir nennen es jetzt Netzwerkgesellschaft und wir machen genau das, wir netzwerken. Der technische Fortschritt hat uns eine große Verdichtung der Kommunikation gebracht, es gelten neue Regeln im sich untereinander austauschen. Ihr macht das alle schon instinktiv, ihr nutzt das Handy wie selbstverständlich, die Technik formt Teile der Gesellschaft.

Ich möchte mich dieses Jahr jedoch inhaltlich dem weiblichen Teil der Schulabgänger unter euch widmen. Das hat einen ganz persönlichen Grund. Ich habe eine Tochter, die nach den Sommerferien in die 7. Klasse kommt. Als Vater möchte ich natürlich, daß sie jetzt und später die gleichen Chancen bekommt wie ihre männlichen Mitstreiter. Das liegt in der Natur der Sache, Eltern möchten doch immer das Beste für ihr Kind, warum sollte man bei dem Thema Gleichberechtigung eine Ausnahme machen. So habe ich schon vor einer Weile angefangen mich mit dem Thema zu beschäftigen. Schnell finde ich zuhauf Beispiele für ungerechte Verteilung bei der Behandlung der Geschlechter.
Ein konkretes? Nicht zu übersehen ist zum Beispiel der Gender Pay Gap, also der Unterschied im durchschnittlichen Verdienst der Geschlechter. Dazu gibt es Untersuchungen in der EU, in denen ein Unterschied von bis zu 21% je Branche angegeben wird.

Diese strukturellen Faktoren schlagen sich auch in anderen Zahlen nieder. In einer repräsentativen Studie des Bundesfamilienministeriums von 2016 hatten Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren etwa die gleichen Schulabschlüsse wie Männer – 82 Prozent davon hatten eine berufliche Qualifikation. Dennoch waren nur 39 Prozent der Frauen in Vollzeit beschäftigt, aber 88 Prozent der Männer. Über ein eigenes Nettoeinkommen von mehr als 2000 Euro verfügten nur zehn Prozent der Frauen, aber 42 Prozent der Männer.
In Umfragen klagen Frauen über ungleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit im Vergleich zu männlichen Kollegen und über herablassendes Verhalten. So gibt jede dritte Mathematikerin, Physikerin oder Ingenieurin an, dass sie darunter leide, dass Kollegen sie behandeln, als sei sie inkompetent.
Dabei ist häufig das Gegenteil der Fall:
Parlamente mit Frauenquote sind kompetenter: Eine der wenigen Studien zur Wirkung von Frauenquoten auf die parlamentarische Kompetenz zeigt, dass eine FrauenQuote zu einem kompetenteren Parlament führt. Das liegt daran, dass die weniger kompetenten Parlamentarier ihren Platz für kompetentere Frauen räumen müssen.
Frauenvorstände sorgen für stabilere Banken: Sitzen im Bankvorstand mehr Frauen, ist die Bank stabiler – der Kapitalpuffer ist größer, was wiederum andere relevante Stabilitätsfaktoren positiv beeinflusst.
Frauen fördern eine bessere Wirtschaft: Würden in den USA prozentual genauso viele Frauen arbeiten wie in Norwegen – also 76% statt 67% –, würde das ein jährliches Plus beim Bruttosozialprodukt von knapp 1,3 Billionen Euro bedeuten. Frauen stecken ihr Geld öfter in langfristige Anlagen für die eigene und die Bildung der Kinder. Mal ganz abgesehen davon, dass männliche Wesen sich durchschnittlich weniger umweltfreundlich verhalten als die weiblichen Vertreter – weil es unmännlich ist.
Mädchen kooperieren besser: Egal wo auf der Welt: Mädchen kooperieren besser als Jungs und erreichen eine höhere Punktzahl im sogenannten »kollaborativen Problemlösen«. Das äußert sich zum Beispiel darin, dass sie sich stärker für die Meinung anderer interessieren und für den Erfolg anderer einsetzen.
Und trotz all dieser Beispiele sind noch immer nur 23% aller Parlamentarier weltweit Frauen (in Deutschland sind es 30,9%), noch immer sind Frauen in den Chefetagen, Serien, Talkshows und bei Tageszeitungen dieser Welt unterrepräsentiert, oft wird dort eher auf männliche Mittelmäßigkeit gesetzt.

Und jetzt kommt ihr ins Spiel, und zwar alle hier die sich jetzt aufmachen den nächsten Schritt zu gehen, in eine andere Schule, in die Ausbildung oder an die Uni. Nichts rechtfertigt diese Unterschiede, keine Tradition, kein “so war es immer”. Ich möchte, daß ihr und auch meine Tochter euren Beitrag zur Entwicklung dieser Gesellschaft leisten könnt. Darauf freue ich mich. Das möchte ich euch nochmal ans Herz legen auf dem Weg in eure Zukunft.
Abschließend möchte ich noch klarstellen, das Allerletzte was ihr Frauen braucht, ist natürlich ein Mann, der für euch spricht. Das könnt ihr sehr gut alleine. Aber wenn wir wirklich an Gleichstellung interessiert sind, dann unterstützen wir uns in all diesen Fragen gegenseitig und versuchen immer mehr Männer davon zu überzeugen, daß das der richtige Weg ist. Es geht darum, Bewusstsein für diese Problematik zu schaffen. Zusammen schaffen wir mehr.

Ich möchte mich abschließend für eure Aufmerksamkeit bedanken und wenn ihr euch ein Sache merken sollt aus dieser Rede….
In der Kunst kann man gar nichts beweisen,
In der Realität schon!“

Songs für den andersbegabten Liebhaber

Kaum ist die erste Hälfte von 2018 fast um, habe ich das Jahr 2017 in einer EP verpackt auf die Reise geschickt. Songs beschreiben einen Moment. Die meisten können zwar eine übertragende Bedeutung erhalten die auch längerfristig von Geltung ist, die ursprüngliche Intention geht aber in der Regel verloren. Sie hatte Gültigkeit, in der einen Situation, an dem einen Tag. So auch die folgenden Lieder. Wenn ich sie höre, dann erinnere ich mich an das Gefühl in diesem Augenblick. Dann freue ich mich, daß ich es festgehalten habe, und das jetzt alles anders ist. Nicht besser, nicht schlechter, einfach anders. Alle Songs sind in Eigenarbeit in den wenigen Stunden Zeit, oft als Nachtschicht, entstanden. Schnell und roh und ohne viel auf Hochglanz polieren. Sie sollen einfach meine Erinnerung sein. Wenn ich das nächstes Jahr zum gleichen Zeitpunkt nochmal schaffe, bin ich gut. Es gibt sie auf allen großen Plattformen, iTunes, Amazon, Deezer, Tidal, iHeart Radio usw. Vielleicht hört ihr ja mal rein. Letzten Monat habe ich mit Streams 2,87$ verdient, *schreib Kündigung*……

Alles geht

und wenn du mich fragst:”willst du gehen?”
dann schau ich dich an und versuch zu verstehen
was ebend noch war, ist längst nicht mehr da
negiert sich jetzt selbst und kommt nie mehr nah

es ist doch so, wir wollen bestehen
im grunde der antwort, suchend, entlehnen
was flüchtig wie gas, sich langsam entwindend,
verschwindet und stets doch die schatten bindet

Ich halt’s schon lang nicht mehr fest
alles geht, alles geht
was groß war und langsam in vergessenheit gerät
alles geht, alles geht

ich nehme die spur, nehm’ jetzt das vage
nehme mir die angst, den ernst der lage
was du versuchst dir fern zu halten
versuch ich von nun an in demut zu verwalten

Und dann im Moment, du drehst dich weg
Kann dich nicht finden, ich such dein Versteck
Kommt die Erkenntnis, ich kann sie sehen
Wenn du etwas liebst, dann lass es gehen

Jugend

Jugend

Kevin Kühnert und seine #nogroko–Initiative wird von den Älteren nicht ernst genommen. Wenn er auf dem SPD-Parteitag seine wirklich guten Argumente gegen eine weitere große Koalition vorträgt und dafür vehement eintritt, dann schreibt ihn eine ganze Horde von älteren Journalisten und Politikern klein. Schnell wird vergessen, daß er eine Organisation mit ca. 70000 Mitgliedern führt und schon sehr lang in der Politik aktiv ist. Warum ist das so?

Ich habe mir Gedanke dazu gemacht und bin mir sicher, daß wir beginnen den Wandel in der Arbeitswelt hin zur Industrialisierung 4.0 massiv zu spüren. Die Ziele im Laufe eines Arbeitslebens ändern sich gerade stark. Menschen, die vor 1980 geboren worden sind, hatten ihren Fokus auf Sicherheit in ihren Arbeitsverhältnissen. Danach Geborene wollten Arbeit, Familie und Freizeit miteinander in Einklang bringen. Man organisiert die Arbeit um sein Leben herum. Das war vorher anders. Die vorherigen Generationen haben zusehends Schwierigkeiten mit der Verschiebung des Schwerpunktes. Sie sehen darin geradezu einen Affront und ein in Frage stellen ihres Lebensentwurfes. Dieses aktuelle Generation nimmt die Entwicklung in der Industrialisierung 4.0 vorweg. Durch den Einsatz von Algorithmen und Automatisierung in fast allen industriellen Bereichen fallen viele Arbeitsstellen weg und der Fokus vieler Menschen muß sich zwangsweise verlagern. Durch viele neue hoch spezialisierte Jobs wird Selbständigkeit zunehmen. Damit ein geht eine völlig neue Art Arbeit zu organisieren. Die Erfolgssymbole der vorherigen Generationen werden schlichtweg ignoriert. Die jetzige Generation möchte mit ihrer Arbeit etwas bewegen, die Welt mehr gestalten und damit auch verändern. Damit haben die Älteren Schwierigkeiten, es wirkt aufmüpfig, ihnen wird vorgehalten die Realität zu ignorieren. Dabei müssen sie sich nur anpassen, den Weg in die Netzwerkgesellschaft finden. Die Zukunft ist da, nur nicht überall in gleichen Maßen.

Was mir fehlt in der vorherigen Generation ist der Mangel an Interesse für moderne Kommunikation. Es ist klar, daß es Digital Natives einfacher haben, mit Twitter oder Instagram umzugehen. Es ist klar, daß der kaum zu durchdringende Dschungel mit seinen unbegrenzten Möglichkeiten dem digitalen Sturm der Nachrichten etwas ordnendes entgegensetzen zu können. Das muß man lernen, sich annähern, es als neue Gesellschaftstechnik erkennen. Das ist in der bisherigen Geschichte der Industrialisierung geschehen. Passiert das jetzt nicht, weil die Geschwindigkeit der Entwicklung sich erhöht hat? Ist es die Angst nicht mithalten zu können? Es gibt doch positives an der Entwicklung. Es werden neue Räume in der Freizeitgestaltung geschaffen, das ist doch erstmal nichts Schlechtes. Die Systeme müssen nur darauf angepasst werden. Nur eine klassische Erwerbsbiographie hat bisher Alterssicherheit garantiert. Die neue Generation unterhält dieses System nicht mehr und wir haben noch keine Lösung für diese Veränderung. Lasst uns eine finden!

Ein erster Schritt wäre doch dann, der neuen Generation, die die Netzwerkgesellschaft vermeintlich besser verstehen müsste, zuzuhören. Nur wer versteht kann helfen, etwas Neues zu entwickeln, die Dinge wieder anders zu denken. Ich habe da natürlich noch keine Lösung für, nur das Offenheit gegenüber der Entwicklung absolut notwendig ist. Wer nicht daran interessiert ist, die Generationen weiter auseinander zu dividieren, der darf sich den neuen Ansätzen nicht verschließen, muß einen Schritt auf das Gegenüber zugehen. Noch lässt die regierende Politik- und auch Gesellschaftsgeneration den notwendigen Respekt vermissen. Ich hoffe auf den Wandel. Im Moment ist das ausbremsen von Entwicklungen im Vordergrund. Wenn wir den Anschluß nicht verlieren wollen, muß sich dieses ändern.

Vorsätze 2018

2017 habe ich damit angefangen. Ich habe mir tatsächlich Vorsätze für das neue Jahr gegeben. Vorsätze und Herausforderungen die es zu erfüllen galt. Hier der Reality-Check. Denn nichts grätscht dir so schön in die Parade wie das Leben.

– mehr ordnen, Spontanität will gut überlegt sein — vielen Dank Evernote, du machst mein Leben einfacher!!
– eine druckbare Zeile jeden Tag, also für neue Songs — nicht jeden Tag, aber immer öfter
– ein Album als App im Store und in den Streaming-Portalen — ok, 1 Song auf allen Portalen, das werde ich ausweiten. War nicht einfach rauszufinden und einen guten Dienst zu finden, aber check, done!
– Musikvideo für eigenen Song machen, wer macht mit? — immer noch Lust drauf, bleibt für 2018 auf der Liste, Fabsi hilft mir, gerade beschlossen.
– eine neue Jobkompetenz jede Woche — Hätte auch noch besser sein können, zu oft in anderen Notwendigkeiten stecken geblieben, Ziel muss aber beibehalten werden
– ein neues Buch jeden Monat lesen — gerade mal geschaut, nur 9 geschafft, das ist wirklich ein Armutszeugnis, das MUSS besser werden!
– Buch fertig schreiben, Hälfte ist fertig. Lektor finden, der einem erzählt, daß man aber mal so gar keine Ahnung hat. Also vielleicht eher Ziel für 2018 — Weitergeschrieben, aber je mehr, desto komplexer, eher 2019, naja, hat Zeit.
– Jeden Tag auf Blendle.com oder perspective-daily.de gehen und 1 guten Artikel finden…und Geld dafür zahlen — gemacht! Beste Entscheidung, 2 super Seiten, fühle mich schlauer. Weitermachen!!
– gezielt gute Nachrichten raussuchen, aber trotzdem informiert bleiben — Passiert automatisch durch Perspective Daily. Super Seite.
– roten Anzug kaufen und wie ein Idiot aussehen, weil ich so einen will! — Nicht gemacht, aber der Wille ist noch da. Dafür einen blauen Anzug gekauft. Gilt das auch?
– #Bitchbody2017 – Challenge wegen Fokus und so. Verspreche auch keinerlei Fotos von mir zu posten, falls es klappt — Hat funktioniert, fühlte mich fitter denn je. Ein absolutes Plus. Der Dezember wie immer ein Schlag ins Kontor, ist aber garnicht so schlimm, muss auch sein. Aber Januar geht es wieder los.
– Schreib es auf! — done, siehe oben, mein Leben ist Evernote.

Neue Ziele:
– Beruflich neue Optionen checken, mein „been there, done that“-Gefühl verstärkt sich zusehends. Das kann nicht gut sein. Vielleicht etwas ganz Anderes? Dieser IT-Shice setzt sich nicht durch.
– Nicht die Sach-Ziele so wichtig nehmen. Mehr Aktivitäten-Ziele mit MENSCHEN, also konkrete Personen. Ist viel wichtiger. Ich erreiche etwas mit……
– Mehr Musik mit anderen Menschen. Songs schreiben am Rechner ist wichtig, Creativity und so, aber mit anderen halt eben auch, GO!
– Das Bildungssystem scheint unreformierbar, machen wir also weiter. Bin jetzt Delegierter für den Landeselternbeirat.

Wie letztes Mal, die wichtigen Ziele verrate ich sowieso nicht 😉

Küstenbrüder – Glück

Hallo Podcast-Jahr. Mattse und ich schließen das Jahr mit einer Folge sinnlosem Content. Wir freuen uns trotzdem.

Die Küstenbrüder sprechen über das Jahr 2017 und geben einen Ausblick auf 2018. Der Rahmen bildet lose das Thema „Glück“. Heute kein Clickbait! Die Brüder werden jetzt seriös. It is about time! Naja, fast.

Top 5 2017

Mein Musikjahr 2017? Hmm, mal wieder nicht so einfach. Wie die letzten Jahre, hier und hier und hier, usw. Immer auf der Suche nach dem nächsten Album, das mich berührt. Irgendwo. Irgendwie. Gemocht habe ich ein paar Alben, natürlich. Aber das sind nicht zwingend die, die bleiben. In diesem jährlichen Post versuche ich die zu finden, bei denen ich denke, daß sie länger auf Rotation bleiben oder einfach nur irgendwann nochmal rausgekramt werden. Die anderen höre ich ein paar Mal und dann verschwinden sie. Für immer. Das waren dieses Jahr zum Beispiel Melodrama von Lorde, Damn von Kendrick Lamar, Masseduction von St Vincent oder Prisoners von Ryan Adams. Sehr guten Alben, ehrlich. Verschwinden trotzdem im Nebel. Hier also die Liste mit den „Freunden“, die mir ans Herz gewachsen sind. Egal, ob ein bißchen peinlich oder nicht. Für die schäme ich mich nicht, gehören halt zur Familie.

Phoebe Bridgers – Stranger in the Alps

Mein Heavy Crush des Jahres. Warum weiß ich nicht so genau. Manchmal erwischt es einen halt. Ich bekomme jedes Mal dieses warme Gefühl, wenn die Gitarre von Smoke Signals einsetzt. Und das hört dann erstmal nicht mehr auf. Ich habe sie mir dann in Hamburg live angeschaut, in ganz kleinem Kreis, da standen 30 Menschen vor der Bühne. Hoffentlich hat sie nicht mitbekommen, wie ich sie anhimmele für ihre zeitlose Melancholie. Sie war „Vorgruppe“ für Japanese Breakfast, weil sie auf dem gleichen Label ist. Hier ein Song mit einem ihren nicht ganz unbekannten Förderer. Conor Oberst ist ja jetzt auch kein ganz Unbekannter. Sorry, Liebe ist manchmal eben einfach da.

Faber – Sei ein Faber im Wind

Faber kenne ich schon eine ganze Weile. Das erste Mal habe ich ihn als Vorgruppe von Sophie Hunger in Kiel gesehen. Da war so viel rohe Energie. Dieses Jahr ist er dann groß geworden, wahrscheinlich weil AnnenMayKantereit ihn mit auf ihrer Zirkustour hatten. Oberwohl er eigentlich ganz anders funktioniert, einem völlig anderen Millieu entstammt. Letztes Jahr habe ich ihn jedenfalls noch beim Falaffelmann gegenüber der kleinen Astrastube getroffen und ihm gesagt wie gut ich ihn finde. Er war wahnsinnig sympathisch und hat danach auch nochmal ein Konzert voll Kraft und Ausdruck gespielt. Dieses Jahr war dann schon der Mojo Club ausverkauft in Hamburg. Da war ich dann nicht mehr, so schnell geht das. Hier etwas von seinem sehr guten Debutalbum:

Käptn Peng – Das nullte Kapitel

Auf das Album habe ich mich auch gefreut. Seit ich sie beim Heimspiel Knyphausen das erste Mal live gesehen habe, hat mich die Energie dieser Band nicht mehr losgelassen. Das Debutalbum war eine Ansammlung wundertoller Lieder und Lyrics. Ganz anders, ganz großartig. Was sollte danach kommen? Das schwierige 2te Album natürlich. Mit dem bin ich auch nicht sofort warm geworden. Eine Weiterentwicklung schien mir nicht sofort ersichtlich. Bei „Meister und Idiot“ hatte ich das Gefühl, das ist „Sockosophie“, nur in schlechter. Aber ich wollte dem Album eine Chance geben. Und nach und nach fand ich die Details und Perlen. Jetzt mag ich es genauso, ehrlich. Auf eine andere Art eben.

Gisbert zu Knyphausen – Das Licht dieser Welt

Auf das Album habe ich lange gewartet. 7 Jahre um genau zu sein. Gisbert wollte schon früher, aber er ist eher langsam und dann kam ja noch das jähe Ende von seiner Band Kid Kopphausen. Der Tod von Nils Koppruch hat ihn sehr mitgenommen, das erzählt er in Interviews immer wieder. Das neue Album ist auch so ein Werk, das man sich erarbeiten muß. Da sind außer dem Titelsong wenig Hits drauf. Und das macht garnichts. Wie immer im Leben gefallen einem die nicht offensichtlichen Dingen nach einer Weile eh besser. Genau wie bei „Das Licht dieser Welt“. Der Titeltrack ist zwar ein Stück Filmmusik, nämlich „Timm Thaler“ und damit natürlich ganz anders als der Rest der Songs. Das Lied ist aber vom Songwriting her in seiner Schlichtheit wunderschön. Ganz ohne Ironie und trotzdem nicht einen Moment peinlich oder gewollt. Das muß man erstmal hinbekommen. Ihr wollt den Unterschied hören zwischen Julia Engelmann, Silbermond, dem ganzen anderen Gedöns und guter Musik? Eat this deutsche Musik. So geht das. Hach.

John Mayer – the search for everything

Nicht, daß ich ihn für einen besonders guten Songwriter halte, aber als Gitarrist bin ich schon verliebt in ihn. Er hat seinen ganz eigenen Stil und ich finde ihn live schlichtweg unglaublich gut. Ich möchte so spielen können wie er, versuche es auch und scheitere natürlich. Dieses Jahr kam nun wieder ein Album von ihm und da sind auch ein paar gute Songs drauf, wie immer. Wenn ich auf Spotify schaue, was ich 2017 am meisten gehört habe, dann ist er in den Top 10, ich kann das nicht leugnen.

 

Die letzten Jahre habe ich auch immer mein Random Lieblingsvisual gekürt. Geht dieses Jahr an Judith Holofernes. Weil ich das Lied so mag. Und das Video wegen der schlichten Eleganz beim umsetzen des Themas:

Ein gutes Jahr

Ok letztes Jahr, du warst ja mehr so Endgegner, vom Weltgeschehen möchte ich gar nicht anfangen, das sei dahingestellt. Nein, das Leben steuerte mich direkt in die Endverwirrung, zur daueranstrengenden Anwesenheit der Gegenwart addierte sich ein Gefühlschaos aus dem Superior-Segment.

So beschrieben die letzten Monate eine Geschichte über Sand im Getriebe, das Ende einer Ewigkeit, vielleicht nicht für das Universum, denn das kennt diese Geschichte schon zur Genüge und ist sicherlich gelangweilt von derlei Nichtigkeiten. Nein, für mich. Für mich als Einschnitt, als Eintritt in eine Sinnkrise. Tage, die etwas teilen, in ein davor und danach.

Manchmal bin ich so müde, es übermannt mich. Dann bin ich voll von Ideen, es gibt so viel zu tun. Aber müde alles zu definieren. Sollen das Andere machen. I’m with the band, lasst mich durch.

Ein gutes Jahr

und ich dachte ich hör’ dich, ich schwör’ ich hab’s versucht

die ganze Zeit

hör’ mich sagen, es stand ein Raum in meinem Leben für dich bereit

dir nichts nachzutragen, nichts zu beklagen, doch 1 Jahr geht schnell vorbei, wenn man wartet und kein Licht fällt rein

 

und jeder weiß, daß auf dein Geheiß

mich jemand nach Hause bringen kann

mich jemand nach Hause bringen kann

und all die Wunden erzählen uns vom fallen

so bleibt die Erkenntnis, es hat uns viel gefallen

 

und so war’s immer noch ein gutes Jahr,

jetzt wird es mir klar, ein gutes Jahr

 

alles gesagt, alles getan, ich habe keine Fragen mehr

dieser Moment indem ich begreif’, lässt vermuten du bist genauso leer


ein gutes Jahr, jetzt wird’s mir klar

das war ein gutes Jahr

Fortschritt

Warum wollen einige Fortschritt und andere nicht? Gerade jetzt, nach einer Wahl, bei der viele Menschen auf Konstanz und nicht wenige auf Stillstand, ja Rückschritt gesetzt haben, frage ich mich um so mehr, warum die einen wollen und die anderen nicht.

Da gäbe es zum Beispiel den evolutionären Ansatz dieses Verhalten zu erklären. Aus der Gehirnforschung wissen wir, das Gehirn sucht ständig nach bekannten Mustern um Geschehnisse und Situation einordnen zu können. Gibt es keine vergleichbaren Erinnerungen, verfallt es leicht in ein „Notprogramm“, um etwaige dadurch entstehenden Gefahrensituationen entgegenwirken zu können. Wenn sich zum Beispiel die Gesellschaft rapide verändert, wünscht dieselbige sich den letzten festen Zustand zurück. Wir sind gerade in so einer Übergangsphase, die begonnene Netzwerkgesellschaft weicht viele bekannte Muster auf und ersetzt sie durch neue, unbekannte. Damit hat das Gehirn, zumindestens übergangsweise, ein Problem. Es startet das Notprogramm und führt zu vielleicht irrationalen Entscheidungen. Fortschritt kann dadurch verhindert werden.

Eine weitere Sichtweise könnte man im soziologischen Ansatz finden. Wenn Sinn und Struktur sozialen Handelns sich beim Übergang in eine neue Gesellschaftsform verändern, treten ebenfalls Verhaltensmuster auf, die durch Angst definiert sind. Eine Erkenntnis nach dem starken abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl war, daß nicht nur die, durch die Seiteneffekte der neoliberalen Wirtschaftspolitik der letzten Jahre, Abgehängten, sondern auch der Mittelstand, dem es vermeintlich gut geht, aus der Angst heraus den eigenen Status verlieren zu können, die Partei gewählt haben. Eine starke, reiche Gesellschaft wie die Deutsche, wählt aus irrationalen Gründen eine Partei, die die eigenen Interessen überhaupt nicht vertritt, sondern vermeintlich Protest gegen das herrschende System suggeriert. Auch bei diesem Beispiel bekommt man Hinweise darauf, wieviel Menschen wirklich an Fortschritt interessiert sind. Scheinbar nur der kleinere Teil der Gesellschaft, wenn man sich das Wahlergebnis anschaut.

Am Ende interessiere ich mich für die Fortschritt-Frage, weil meine eigene Sichtweise so gegen den Mainstream gerichtet zu sein scheint. Ich habe ständig das Gefühl, daß sich ein altes System mit viel Macht halten möchte, dessen Zeit aber vorbei ist und abgelöst werden muß. Wir reiten ein totes Pferd. Wie also die Gesellschaft davon überzeugen, andere Wege zu beschreiten? Mehr soziale Gerechtigkeit, gerechtere Verteilung von Eigentum, Grundeinkommen, Maschinensteuer, die Menschen auf Industrialisierung 4.0 vorbereiten, insgesamt eine neue Definition von Gemeinschaft wenn Arbeit im klassischen Sinne für viele nicht mehr im Vordergrund stehen kann.

Wäre jetzt nicht der beste Zeitpunkt für Philosophen? Beim sich beschleunigenden Fortschritt braucht es doch erst Recht eine Vision, Vorschläge, wie eine Gesellschaft auf die Veränderungen reagieren kann. Wieso reagieren wir nur noch ad-hoc auf Geschehnisse wie die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer? Wo bleiben die Medien, die diese Geschehnisse in den richtigen, größeren Kontext rücken und damit eine andere Sichtweise ermöglichen?

Ich möchte Fortschritt. Weil der Status Quo in Deutschland zwar einen guten Standard darstellt, aber auf Dauer doch fragil und anfällig ist für extreme Positionen und Entwicklungen. Ich hoffe, daß sich die Gesellschaft besinnt und nicht tiefer in Schockstarre fällt. Ich habe Kinder. Die verdienen alle Chancen sich entwickeln zu können.

Habe übrigens keine konkreten Zahlen zu dem Thema gefunden. Wurde das mal untersucht?

Führung

Die Netzwerkgesellschaft führt uns in einen wirtschaftlichen Prozessmusterwechsel. Auf der einen Seite haben wir stark globalisiert, betreiben Global Sourcing, und auf der anderen Seite haben wir durch das Internet und im Speziellen durch Social Media eine völlig neue Vernetzungsdichte erreicht. Es entstand  in den letzten Jahren eine maximale Zahl an Beteiligten in einem Prozess, dessen Komplexität dadurch enorm anstieg. Diese Systeme haben eine Tendenz zur Nicht-Linearität, sie schaukeln sich auf. Das ist simple Netzwerk-Theorie. Es passieren dann Dinge, die ich nicht vorhersagen kann.

Was bedeutet das also für Führung in einem modernen Unternehmen? Ich habe oft das Gefühl, daß Entscheidungen im Bezug auf Marktentwicklung kaum noch antizipierbar sind  und dadurch viele Maßnahmen im Nachgang kopflos wirken. Es gibt 3 Herausforderungen.

1. Die Komplexitätsfalle: Es gibt jetzt 2 Pole, ein System was immer mehr Komplexität erzeugt und einen immer geringer werdenden Planungshorizont. Führung ist dadurch häufig nicht mehr Richtunggebend. Das wiederum untergräbt die Legitimierung von Führung. Warum bekommst du mehr Geld, wenn du kaum noch Entscheidungen für die Zukunft treffen kannst?

2. Die Machtverschiebung: Kommen wir nochmal zur Theorie von Netzwerken. In Netzwerken ist nicht der Sender das führende Glied, sondern der Empfänger. Probleme werden aufgrund ihrer Komplexität nur noch in einer Gruppe durch Bündelung von Know-How gelöst. Auf diese Art von Vernetzung hat Führung keinen Zugriff, die Macht übernimmt das Netzwerk. Auch dadurch verliert Führung ihre Legitimation.

3. Die Identitätsfrage: Probleme können nicht mehr durch den Einzelnen gelöst werden. Es muß kooperiert werden. Kooperationen finden interdisziplinär statt, entweder horizontal über verschiedene Abteilungen, oder sogar vertikal zwischen verschiedenen Unternehmen. Der organisatorische Unterbau wird dadurch ständig in Frage gestellt und der Identifikationsrahmen aufgelöst. Die Führung verliert auch hier einen weiteren Zugriff durch auflösen der vorher bindenden Struktur. Der Mitarbeiter arbeitet mehr in einer Netzwerkstruktur als in einem Unternehmen und braucht dadurch eine neuen sinnstiftenden Zusammenhang.

Da ist er also, der Paradigmenwechsel. Vor ein paar Jahren waren Führungskräfte dadurch legitimiert, daß sie erfolgreich strukturiert haben, um Effizienz zu steigern. Das neue Netzwerk-basierte System benötigt aber weithin mehr Innovation statt Effizienzsteigerung. Das scheint wenig angekommen zu sein. Immer wieder erlebe ich die gleichen alten Muster in Unternehmen. Was jetzt zählt, ist der Aufbau von Beziehung. Es müssen stabilisierende Wertemuster angeboten werden, die Statthalter werden für die sich auflösenden alten Organisationsmuster. Eine moderne Führungskraft muß also immer wieder dem Mitarbeiter Werte anbieten, die dadurch Identifikation mit dem Unternehmen herstellen. Diese müssen auch ständig verhandelt werden, sie sind nicht festgeschrieben und unterliegen ständigen Veränderungen im System.

Warum kann ich also schlecht Bindung aufbauen zu meinem Job? Ich arbeite in einem Unternehmen, welches alleine in Deutschland knapp über 10.000 Mitarbeiter, weltweit mehr als 100.000! Jetzt arbeite ich allerdings auch in einem relativ kleinen Team von ca. 25 Kollegen, nur Männer übrigens, was ich sehr bedaure, aber dazu ein anderes Mal, Bindung zum Umfeld fällt hier leichter. Zum Unternehmen ist es aber schwierig ein Verhältnis aufzubauen. Marx spricht von Entkopplung vom hergestellten Produkt und der Arbeitskraft des Arbeiters. Wenn jetzt noch der Überbau, also die Unternehmensstruktur selbst,  abstrakt bleibt, wird Identifikation schwierig. Auch hier brauche ich eine anders als früher agierende Führungskraft, sie ist verantwortlich dafür die Bindung in einer Netzwerkstruktur herzustellen.

Ich werde weiterhin darüber nachdenken, wo und wie ich diese Strukturen in Zukunft finde. Wer Ideen hat, ich bin dabei!

%d Bloggern gefällt das: