Top 5 2017

Mein Musikjahr 2017? Hmm, mal wieder nicht so einfach. Wie die letzten Jahre, hier und hier und hier, usw. Immer auf der Suche nach dem nächsten Album, das mich berührt. Irgendwo. Irgendwie. Gemocht habe ich ein paar Alben, natürlich. Aber das sind nicht zwingend die, die bleiben. In diesem jährlichen Post versuche ich die zu finden, bei denen ich denke, daß sie länger auf Rotation bleiben oder einfach nur irgendwann nochmal rausgekramt werden. Die anderen höre ich ein paar Mal und dann verschwinden sie. Für immer. Das waren dieses Jahr zum Beispiel Melodrama von Lorde, Damn von Kendrick Lamar, Masseduction von St Vincent oder Prisoners von Ryan Adams. Sehr guten Alben, ehrlich. Verschwinden trotzdem im Nebel. Hier also die Liste mit den „Freunden“, die mir ans Herz gewachsen sind. Egal, ob ein bißchen peinlich oder nicht. Für die schäme ich mich nicht, gehören halt zur Familie.

Phoebe Bridgers – Stranger in the Alps

Mein Heavy Crush des Jahres. Warum weiß ich nicht so genau. Manchmal erwischt es einen halt. Ich bekomme jedes Mal dieses warme Gefühl, wenn die Gitarre von Smoke Signals einsetzt. Und das hört dann erstmal nicht mehr auf. Ich habe sie mir dann in Hamburg live angeschaut, in ganz kleinem Kreis, da standen 30 Menschen vor der Bühne. Hoffentlich hat sie nicht mitbekommen, wie ich sie anhimmele für ihre zeitlose Melancholie. Sie war „Vorgruppe“ für Japanese Breakfast, weil sie auf dem gleichen Label ist. Hier ein Song mit einem ihren nicht ganz unbekannten Förderer. Conor Oberst ist ja jetzt auch kein ganz Unbekannter. Sorry, Liebe ist manchmal eben einfach da.

Faber – Sei ein Faber im Wind

Faber kenne ich schon eine ganze Weile. Das erste Mal habe ich ihn als Vorgruppe von Sophie Hunger in Kiel gesehen. Da war so viel rohe Energie. Dieses Jahr ist er dann groß geworden, wahrscheinlich weil AnnenMayKantereit ihn mit auf ihrer Zirkustour hatten. Oberwohl er eigentlich ganz anders funktioniert, einem völlig anderen Millieu entstammt. Letztes Jahr habe ich ihn jedenfalls noch beim Falaffelmann gegenüber der kleinen Astrastube getroffen und ihm gesagt wie gut ich ihn finde. Er war wahnsinnig sympathisch und hat danach auch nochmal ein Konzert voll Kraft und Ausdruck gespielt. Dieses Jahr war dann schon der Mojo Club ausverkauft in Hamburg. Da war ich dann nicht mehr, so schnell geht das. Hier etwas von seinem sehr guten Debutalbum:

Käptn Peng – Das nullte Kapitel

Auf das Album habe ich mich auch gefreut. Seit ich sie beim Heimspiel Knyphausen das erste Mal live gesehen habe, hat mich die Energie dieser Band nicht mehr losgelassen. Das Debutalbum war eine Ansammlung wundertoller Lieder und Lyrics. Ganz anders, ganz großartig. Was sollte danach kommen? Das schwierige 2te Album natürlich. Mit dem bin ich auch nicht sofort warm geworden. Eine Weiterentwicklung schien mir nicht sofort ersichtlich. Bei „Meister und Idiot“ hatte ich das Gefühl, das ist „Sockosophie“, nur in schlechter. Aber ich wollte dem Album eine Chance geben. Und nach und nach fand ich die Details und Perlen. Jetzt mag ich es genauso, ehrlich. Auf eine andere Art eben.

Gisbert zu Knyphausen – Das Licht dieser Welt

Auf das Album habe ich lange gewartet. 7 Jahre um genau zu sein. Gisbert wollte schon früher, aber er ist eher langsam und dann kam ja noch das jähe Ende von seiner Band Kid Kopphausen. Der Tod von Nils Koppruch hat ihn sehr mitgenommen, das erzählt er in Interviews immer wieder. Das neue Album ist auch so ein Werk, das man sich erarbeiten muß. Da sind außer dem Titelsong wenig Hits drauf. Und das macht garnichts. Wie immer im Leben gefallen einem die nicht offensichtlichen Dingen nach einer Weile eh besser. Genau wie bei „Das Licht dieser Welt“. Der Titeltrack ist zwar ein Stück Filmmusik, nämlich „Timm Thaler“ und damit natürlich ganz anders als der Rest der Songs. Das Lied ist aber vom Songwriting her in seiner Schlichtheit wunderschön. Ganz ohne Ironie und trotzdem nicht einen Moment peinlich oder gewollt. Das muß man erstmal hinbekommen. Ihr wollt den Unterschied hören zwischen Julia Engelmann, Silbermond, dem ganzen anderen Gedöns und guter Musik? Eat this deutsche Musik. So geht das. Hach.

John Mayer – the search for everything

Nicht, daß ich ihn für einen besonders guten Songwriter halte, aber als Gitarrist bin ich schon verliebt in ihn. Er hat seinen ganz eigenen Stil und ich finde ihn live schlichtweg unglaublich gut. Ich möchte so spielen können wie er, versuche es auch und scheitere natürlich. Dieses Jahr kam nun wieder ein Album von ihm und da sind auch ein paar gute Songs drauf, wie immer. Wenn ich auf Spotify schaue, was ich 2017 am meisten gehört habe, dann ist er in den Top 10, ich kann das nicht leugnen.

 

Die letzten Jahre habe ich auch immer mein Random Lieblingsvisual gekürt. Geht dieses Jahr an Judith Holofernes. Weil ich das Lied so mag. Und das Video wegen der schlichten Eleganz beim umsetzen des Themas:

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